Essen

Ernährung hat auch mit Klimaschutz zu tun

In Europa entfallen heute rund 20 Prozent des gesamten Energieverbrauchs und damit 20 Prozent der Treibhausgas-Emissionen auf die Ernährung: das ist nach dem Bereich „Wohnen“ der größte Posten (2)

Unsere Lebensmittel sind schon oft weit gereist ehe wir sie essen. Jeder Bewohner aus Europa verursacht allein durch seine Ernährung durchschnittlich 2 Tonnen Treibhausgase pro Jahr

Hier ein paar Tipps wie man seinen ökologischen Fussabdruck beim Essen verringern kann (2):

  • Saisonal und regional essen! So vermeiden sie lange Transportwege und vermeiden die Verlagerung von Arbeit und Geld aus unserer Region.
  • Beheizte Treibhäuser sind wahre Energiefresser. Eine Gurke aus einem Treibhaus produziert 15-mal mehr CO2 als eine Gurke die auf dem Feld wächst. 
  • Am besten nur solche Produkte aus Übersee kaufen, die hierzulande nicht angebaut werden. Präferenz gilt hier den fair gehandelten Produkten!

  • Weniger Fleisch essen! Denn Tierhaltung und Fleischkonsum verursachen 18% der weltweiten Treibhausgasemissionen (1). Im Durchschnitt isst ein Westeuropäer heute jährlich rund 60 Kilogramm Fleisch – vor hundert Jahren war es noch die Hälfte. Ohne Vegetarier werden zu müssen, können wir auf ein paar Punkte achten:

    - Lieber Qualität als Quantität: nur 3-mal pro Woche Fleisch aus der Region anstatt täglich billiges Fleisch aus unbekannter Herkunft

    - Besser Steak als aufwändig weiterverarbeitete Fleisch-Produkte (Wurstwaren)

    - Beim Kauf von regionalem Biofleisch, unterstützen Sie nicht nur die lokale Wirtschaft sondern auch den Natur- und Artenschutz in Ihrer Region!

  • Kaufen Sie Lebensmittel aus ökologischem Landbau und verzichten Sie so auf energieintensive Mineraldünger und Pestizide! Oekologische Produkte produzieren somit 50 % weniger Klimagase und weniger Bodenerosion (1)!
  • Jedem Topf sein Deckel: mit offenem Topf verbrauchen sie das 4-fache. Die Töpfe sollen genau auf die Herdplatten passen. 
  • Kochen Sie Wasser im Wasserkocher und sparen Sie somit viel Energie!

 Test: Klimaschutz und Lebensmittel: Bin ich Experte oder Lehrling (Quelle: Art&Wise + Caroline Schmit)

Klimaschutz und Lebensmittel

 

 

Heizen

Wärmeschutzklassen 

In Luxemburg steht der Gebäudebereich für mehr als 40 Prozent des Endenergieverbrauchs.  Innerhalb des Gebäudebereichs ist es die Raum- und Trinkwassererwärmung, die mit 85 Prozent für den größten Energiebedarf steht - weit vor dem Stromverbrauch, der daneben nur einen Anteil von 15 Prozent hat. 

Richtig heizen!

Der CO2-Ausstoss aus den Heizanlagen der Wohnhäuser gilt als eine der größten Treibkräfte des Klimawandels. Durch den sparsamen Umgang mit Heizenergie und Warmwasser lässt sich also viel für den Klimaschutz tun. Einige Spartipps:

  • Schon eine um 1 Grad höhere Raumtemperatur lässt den Energieverbrauch einer Heizung um 5 bis 6 Prozent steigen.
  • In einem Raum mit mehreren Heizkörpern ist es günstiger, alle Heizkörper ein wenig aufzudrehen als einen Heizkörper auf Volltouren arbeiten zu lassen.
  • Thermostatventile halten die Raumtemperatur konstant auf dem gewünschten Wert und können bis zu 8 Prozent Heizenergie sparen. Die Stellung 3 entspricht gewöhnlich 20°C, die Stellung 4 24°C.
  • Verstellen Sie der Wärme nicht den Weg, sie muss sich frei im Raum verteilen können: Sofas, Vorhänger vor dem Heizkörper verhindern eine optimale Abstrahlung!
  • Schlaues Lüften heißt Stoßlüften: Fenster ganz auf für 5 Minuten, dann wieder zu. So verlieren die Wände nur wenig Wärme und die Raumluft wird komplett ausgetauscht.
  • Entlüften Sie regelmäßig die Heizkörper! 
  • Durch die Dämmung der Heizungsrohre, vermindern Sie die Verluste und die Kosten. 

Im Büro

  • Ein Bildschirm verbraucht deutlich mehr Strom als der PC selbst. Notebooks benötigen zwar weniger Strom, zeigen aber durch ihre aufwendige Produktion und die Verwendung von Akkus eine schlechtere Umweltbilanz als herkömmliche PCs.
  • Schalten Sie in längeren Pausen Bildschirme, Licht und PC ab, denn sie verschwenden Strom und heizen den Raum auf.
  • Überlegen Sie, welche Dokumente Sie wirklich ausdrucken müssen.
  • Drucken Sie beidseitig!
  • Kleben Sie einen Sticker „Bitte keine Werbung“ an Ihren Briefkasten (gratis bestellen beim MECO: http://shop.meco.lu/?product=keng-reklammen-w-e-g ) !
  • Wickeln Sie Überweisungen online ab!
  • Sammeln Sie Altpapier!

Auto fahren

  • Fahren Sie niedertourig (max. 2000 Umdrehungen pro Minute): gleich nach den ersten Metern in den zweiten Gang, bei 25 bis 30 Stundenkilometern in den dritten Gang, bei 35 bis 45 Stundenkilomatern in den vierten Gang und bei 50 km Stundenkilometern in den fünften Gang.
  • Streben Sie einen gleichmäßigen Fahrfluss an.
  • Verbannen Sie Ballast und Dachaufbauten. Für je 100 Kilogramm Ballast, brauchen Sie 0,5 Liter Benzin zusätzlich auf 100 Kilometern.
  • Vermeiden Sie möglichst Kurzstrecken: gleich nach dem Start zieht der Motor umgerechnet 30 bis 40 Liter pro 100 Kilometer, nach dem ersten Kilometer sind es immer noch 20 Liter
  • Bei Fahrpausen ab 30 Sekunden, lohnt es sich den Motor abzuschalten
  • Bilden Sie Fahrgemeinschaften!

 Kauf von Möbeln

Die Regenwälder stabilisieren das Klima – allein der Wald im Amazonas speichert 120 Millionen Tonnen Kohlenstoff.

  • Entscheiden Sie sich für Holz aus heimischen Wäldern: Gartenmöbel aus Eiche und Esskastanie vertragen Regenwetter ebenso gut wie Teakholz. Lärche und Kiefer halten trocken gelagert auch lange. Grillkohle muss wirklich nicht aus Urwäldern kommen.
  • Von allen Zertifikaten garantiert das FSC-Siegel die höchsten ökologischen und sozialen Standards.

Kauf von Kleidern

Rund 18 Kilogramm Kleidung pro Kopf verbrauchen wir jedes Jahr (1). Die Textilindustrie zählt zu den umweltbelastendsten Branchen überhaupt. Baumwolle wird vor allem in China, Indien, den USA und Usbekistan angebaut. Diese Pflanze braucht enorm viel Wasser: für die Herstellung eines T-Shirts werden 4‘100 Liter Wasser verbraucht. Ein paar Tipps um den ökologischen Fussabdruck beim Kleiderkauf zu verringern:

  • Qualität vor Quantität! Der eigentlich entscheidende Faktor für die Kohlendioxid-Bilanz bei Kleidern ist die Lebensdauer. Wenn eine Jeans fünf Jahre lang viel getragen wird ist das besser fürs Klima als eine die nur ein Jahr hält.
  • Nur so viel Kleidung kaufen wie notwendig.
  • Abgelegte Kleidung weitergeben oder auf Basaren und Flohmärkten verkaufen.
  • Bevorzugen Sie Kleidung die nicht chemisch gereinigt werden muss.
  • Die Gütesiegel GOTS („Global Organic Textile Standard“) und Naturtextil Best legen die strengsten Kriterien an und bewerten die Auswirkungen entlang des gesamten Produktionsprozesses.

Kochen

Mit rund 17% des gesamten Stromverbrauchs eines Durchschnittshaushalts gehören Herd und Ofen immer noch zu den „Großverbrauchern“. Wie kann man Strom beim Kochen sparen?

  • Kochgeschirr und Herdplatte sollten genau zueinander passen. Wenn die Herdplatte nur 1 bis 2 Zentimeter grösser ist als der Topf verpulvern Sie bis zu einem Drittel der Hitze.
  • Edelstahl- und Aluminiumtöpfe strahlen viel weniger Wärme ab als Email Töpfe, manche moderne Töpfe sind sogar wärmeisoliert und sparen so 15 Prozent Energie.
  • Verwenden Sie möglichst wenig Wasser zum Kochen, das schont auch die Vitamine.
  • Ab 20 Minuten Kochzeit im normalen Topf lohnt sich ein Schnellkochtopf. Er ist ein Drittel schneller, schont die Inhaltstoffe der Lebensmittel und das bei einem 50 bis 70 Prozent niedrigerem Energiebedarf.
  • Selbst bei vorbildlichem Kochverhalten kostet Sie heißes Wasser vom Herd doppelt so viel Energie wie aus dem Wasserkocher.

 

Beleuchtung

Energiesparlampe

  • Energiesparlampen brauchen nur ein Fünftel des Stroms der herkömmlichen Glühbirnen. LED Lampen sind noch sparsamer und sie verwenden kein giftiges Quecksilber.
  • Sobald eine Lampe nicht benutzt wird, soll sie ausgeschaltet werden.

Kühlen

Kühl- und Gefriergeräte gehören zu den größten Stromfressern im Haushalte. Bis zu einem Drittel der Stromkosten geht auf ihre Rechnung. So kann man Strom sparen:

  • Stellen sie den Kühlschrank an einen möglichst kühlen Platz, wenn möglich nicht neben den Herd oder Heizung.
  • Pro Grad Celsius, das der Kühlschrank weniger erzielen muss, spart man 6% Energie. Eine Temperatur von +6 -7 Grad ist völlig ausreichend.
  • Öffnen Sie ihn kurz und entnehmen Sie nur so viel wie nötig.
  • Geben Sie keine warmen Speisen hinein.
  • Legen Sie Gefrorenes zum Auftauen in den Kühlschrank, so sparen Sie bis zu 10% Stromkosten.
  • Tauen Sie Ihr Gefrierfach regelmäßig auf, ab einer Eisdicke von 1 Zentimeter. No-Frost-Geräte müssen nicht abgetaut werden, brauchen aber viel mehr Strom.

Waschen

  • Eine 90° C Wäsche verbraucht nicht dreimal, sondern siebenmal so viel Energie wie eine 30°C Wäsche. Über drei Viertel des Stroms braucht die Waschmaschine allein zum Aufheizen des Wassers. Um Energie zu sparen, soll man mit möglichst niedrigen Temperaturen waschen. Die Wirkstoffe moderner Waschmittel haben ihr Temperaturoptimum bei 30 bis 40°.
  • Falls Sie einen Warmwasseranschluss im Waschraum haben, schließen Sie den an die Waschmaschine an!
  • Füllen Sie die Trommel immer voll!
  • Auch für effiziente Waschmaschinen (A+++) können Sie Subsidien von 100€ beim EnergieAtelier anfragen (http://www.energieinfo.lu/ksm_Subventions-communales.20-2.html) !

Berechnen Sie Ihren CO2 Fußabdruck!

Der Pro-Kopf CO2 Ausstoß eines Luxemburgers ist mit der höchste der Welt! Der Luxemburger Durchschnitt liegt der bei 23 Tonnen CO2 pro Person pro Jahr. Im Vergleich dazu ist der europäische Durchschnitt 10 Tonnen CO2 pro Person pro Jahr. 

Rechnen Sie auch Ihren persönlichen CO2 Fußabdruck: http://wwf.klimaktiv-co2-rechner.de/de_DE/popup/

 Quellen: 50 einfache Dinge die sie tun können, um die Welt zu retten und wie sie dabei Geld sparen (A. Schlumberger, 2013), (2) Klimaschutz geht durch den Magen (Klimabuendnis, 2013)