Die 10 Gemeinden des Kanton Redingen haben im Oktober 2013 gemeinsam den Klimapakt mit dem delegierten Nachhaltigkeitsminister unterschrieben.

 

Der Klimapakt ist eine logische Fortsetzung des Engagements der 10 Gemeinden für eine konsequente Umwelt- und Energiepolitik während den letzten 20 Jahren.

Der Entschluss den Klimapakt  in regionaler Zusammenarbeit umzusetzen, spiegelt den Willen wieder eine kohärente, regionale Klimaschutzpolitik zu erzielen und eine einheitliche, koordinierte Herangehensweise zu verfolgen.

 

Allgemeines

Luxemburg hat sich sowohl auf internationaler als auch auf europäischer Ebene verpflichtet seinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten:

- bis 2020 sollen die Treibhausgase um 20% im Vergleich zu 2005 reduziert werden

- der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch soll auf 11% (im Vergleich zu 2005: 0,9%) erhöht werden.

Der Luxemburger Staat hat den Klimapakt ins Leben gerufen, um zusammen mit den Gemeinden diese nationale Zielerreichung zu erreichen.

Der Klimapakt ist ein Abkommen in Form von einem Gesetz zwischen dem Staat und den Gemeinden. Ziel dieses Paktes ist es die Gemeinden technisch und finanziell zu unterstützen, damit sie ihren Energieverbrauch und ihre Treibhausgasemissionen verringern. Der Klimapakt trat am 1. Januar 2013 in Kraft und läuft Ende 2020 aus. 

Der Klimapakt baut auf dem europäischen Programm European Energy Award (eea) (www.european-energy-award.org) auf, welches seit Jahren von vielen kleinen und großen Gemeinden in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien benutzt wird. In Luxemburg nehmen bereits 90 Gemeinden an diesem Programm teil. 

 

Im EEA wird die aktuelle Situation der Gemeinde in Bezug auf Energie und Klima erfasst und auf ihre Stärken und Schwächen untersucht. Ein Aktionsplan mit Verbesserungsmöglichkeiten wird  ausgearbeitet welcher die Gemeinden zu einer nachhaltigen Energie-, Verkehrs-, Klima- und Umweltpolitik führt. Das Hauptinstrument dieses Programmes ist der Maßnahmen-Katalog welcher 79 Maßnahmen in 6 Kategorien umfasst (Entwicklungsplanung und Raumordnung, kommunale Gebäude und Anlagen, Versorgung und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation, Kommunikation und Kooperation). 

Anhand dieses Kataloges werden die vorgenommenen Energie- und Klimaschutzaktivitäten der teilnehmenden Gemeinden  von externen Auditoren überprüft und bewertet. Es gibt 3 verschiedene Zertifikationen:

- 40% der möglichen Punkte des Kataloges (Klimapakt-Label)

- 50% der möglichen Punkte des Kataloges (EEA)

- 75% der möglichen Punkte des Kataloges (EEA-Gold)

 

Nutzen

 

Gemeinden verfügen über viele Möglichkeiten den Verbrauch von Strom und Wärme in ihren Gebäuden zu beeinflussen um so Energie möglichst rationell einzusetzen. Energieeffiziente Geräte führen bereits zu starken Energie- und Kosteneinsparungen. Ein ebenfalls nicht zu unterschätzender Faktor beim Energieverbrauch ist der Umgang mit der Energie: Nutzerverhalten kann den Verbrauch um bis zu 20%-30% beeinflussen

Die öffentlichen Verwaltungen sind der größte Arbeitgeber in Luxemburg und sind daher von großer Bedeutung in Sachen Energiesparen. Sie spielen eine wichtige Vorbildsfunktion und können zur Sensibilisierung der ganzen Bevölkerung beitragen. 

Durch den Klimapakt, erhalten der Energieverbrauch und der Klimaschutz eine sehr zentrale Stellung in der Gemeindepolitik. Alle Entschlüsse ob in der Landes- oder Verkehrsplanung, in der Beschaffungs- oder Versorgungspolitik, werden mit nachhaltigen Kriterien abgewogen. Folgende Vorteile wird der Klimapakt den Gemeinden bringen:

  • Sparpotenzial: Durch eine nachhaltige und energieeffiziente Politik spart die Gemeinde viel Energie und somit viel Geld. 

zB. Der Anteil der Straßenbeleuchtung beträgt ungefähr ca. ein Drittel des kommunalen Stromverbrauchs.  Durch den Austausch alter Lampen in Wohnstraßen durch LED-Leuchten kann der Stromverbrauch für Beleuchtung bis zu 80% reduziert werden.

 

LED-Beleuchtung  - Source: AEM Ligthening News 01/2014  

  • Lokale Wertschöpfung: Durch den Ausbau erneuerbarer Energien (Holzhackschnitzelanlagen, Pellets, Biogas, Windkraft, Photovoltaik, Wasserkraft) reduziert die Gemeinde ihre Abhängigkeit von den konventionellen Energieversorgern im Ausland (Heizöl, Erdöl, importierter Strom). Die Ausgaben für Energie bleiben zu einem großen Teil in der Region und fließen nicht in die Ölstaaten ab. 

Beim Einsatz von Öl oder Gas verbleiben 15% der Energiekosten in Luxemburg, während 75% in die Ölstaaten abfließen. Mit der Nutzung erneuerbarer Energien vor Ort verbleiben bis zu 60% der Energieausgaben in der Region (Solarcomplex, 2012).

  • Lokale Beschäftigung: Sanierungen von Häusern und Gebäuden, Installation, Wartung und Betrieb erneuerbarer Energie-Anlagen bedeuten häufig Aufträge für lokale Betriebe wie z.B. Handwerker.

Bereits in einem kleinen Ort mit 150 Haushalten fließen bei einem durchschnittlichen Heizölverbrauch von 3.000 l pro Haushalt und Jahr und einem Heizölpreis von 0,77 € pro Liter jährlich fast 350.000 € allein für Heizzwecke ab. Bei einer dezentralen Bereitstellung der Energieträger (durch erneuerbare Energien wie zB. Pellets) könnten damit bereits einige Familien ihren Lebensunterhalt verdienen.

  • Erhalt unserer Umwelt: Das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung ist es, endliche Ressourcen zu erhalten, die Grundbedürfnisse aller Menschen zu befriedigen und zukünftigen Generationen eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen.

Bangladesch ist eines der dichtbesiedelsten Gebiete der Erde. Es liegt in einem riesigen Mündungsdelta von drei Flüssen knapp über dem Meeresspiegel. Stiege der Meeresspiegel nur um einen Meter, ginge ein Fünftel des Landes verloren und zehn Millionen Menschen wären somit betroffen.

 

Der Damm von Shingertoli in Bangladesch: Das Meer greift immer stärker ins Inland und erodiert das Ufer (Quelle: D. Mirkes, ASTM)

Mitmachen im Klimateam

Das Klimateam spielt bei der Umsetzung des Klimapaktes eine entscheidende Rolle. Es handelt sich um eine fachübergreifende  Arbeitsgruppe, die ähnlich wie eine Kommission funktioniert und deren Aufgabe darin besteht in Zusammenarbeit mit den Gemeindeverantwortlichen und einem Klimaberater Maßnahmen vorzuschlagen, durchzuführen und zu bewerten mit dem Ziel den „Klimafußabdruck“ der Gemeinde zu reduzieren. 

Neben dem technischen Standpunkt ist es sehr wichtig auch soziale, kulturelle, ökonomische und pädagogische Blinkwinkel auf einem Tisch zu vereinen um ganzheitliche Entscheidungen treffen zu können.

 

Wenn Sie sich für Energie- und Klimafragen interessieren und wenn Sie sich aktiv im Kampf gegen den Klimawandel beteiligen möchten, unabhängig von ihrer Ausbildung, melden Sie sich bitte bei der Klimaberaterin des Kantons (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).