Weltklimarat (IPCC)

Der 5.Bericht des Weltklimarates (http://www.de-ipcc.de/de/200.php) warnt mit sehr hoher Sicherheit vor den Folgen des Klimawandels: Temperaturanstieg (0.3-0.7 C in den nächsten 20 Jahren), Schmelzen der Gletscher und Pole, Anstieg der Meeresspiegel, Zunahme der Wetterextreme, Versauerung der Ozeane, Verlust der Biodiversität,... Die Experten sind sich einig, dass die menschlichen Aktivitäten die Hauptursache sind für die globale Erderwärmung seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Als Verursacher gilt die Verbrennung fossiler Rohstoffe in Form von Erdöl, Kohle und Erdgas.

                Verbrennung fossiler Brennstoffe im Ruhrgebiet (Quelle: europarl.europa.eu)

 

 

Treibhauseffekt

Durch die Fotosynthese der Pflanzen wird aus Licht, Wasser und Kohlendioxid organische Substanz aufgebaut und Sauerstoff freigesetzt (siehe Schema). Der Kohlenstoff wird somit in den Pflanzen gespeichert, welche über Millionen von Jahren durch geologische Vorgänge (Druck, Hitze,...) zu Erdöl, Erdgas und Kohle umgebaut werden. Diese sind sicher in sehr grossen Tiefen gespeichert  und somit von der Atmosphäre abgeschnitten. 

Schema der Photosynthese

Die Atmosphäre ist die Hülle, die wie ein breites Band, die Erdoberfläche umhüllt. Sie besteht aus verschiedenen Gasen, wovon Stickstoff (N2) und Sauerstoff (02) die wichtigsten sind. Weitere Gase sind das Kohlendioxid (CO2) und das Methan (CH4) welche zu den sogenannten Treibhausgasen zählen. All diese Gase sind für das Sonnenlicht durchlässig. Somit gelangen die kurzwelligen Sonnenstrahlen ungehindert auf die Erdoberfläche und wärmen diese auf. 

Die Wärme (langwellige reflektierte Sonnenstrahlen) wird vom Erdboden zurück in die Atmosphäre gestrahlt. Diese Wärme kann jedoch nicht in den Weltraum entweichen, da die Treibhausgase diese Wärmestrahlen zurückhalten. Durch die Treibhausgase wird ein Teil der Wärmestrahlen zurück zum Erdboden gelenkt. Somit erwärmt sich die Erde stärker als es ohne Treibhausgase der Fall wäre. Der natürliche Treibhauseffekt bewirkt, dass die Erde im Mittel 15° C warm ist. Ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt wäre die Erde von einer Eiswüste bedeckt mit einer Durchschnittstemperatur von -18°C.

 Dank des natürlichen Treibhauseffekt ist die Temperatur 15 °C. (Quelle: klimafit.at) 

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Kohle als Brennstoff benutzt um Dampfmaschinen in der Industrie und in Verkehrsmitteln (Lokomotive,..) anzutreiben. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dann zusätzlich Erdöl und Erdgas zur Energiegewinnung verbrannt. Jedoch durch die Förderung und Verbrennung dieser fossilen Rohstoffe zur Energiegewinnung gelangen extreme Mengen an Kohlenstoff in Form von CO2 in die Atmosphäre. Durch Rinderhaltung werden große Mengen an Methan freigesetzt, ebenso wie durch den Reisanbau.

Durch die höheren Konzentrationen an CO und Methan (CH4) in der Atmosphäre wird der natürliche Treibhauseffekt ins Ungleichgewicht gebracht. Mehr Wärmestrahlung wird von diesen Treibhausgasen zurück zum Erdboden gelenkt, und die Erde erwärmt sich stärker als es mit der natürlichen Konzentration der Fall wäre (siehe Schemas).

 

  Wegen der höheren Konzentration von Treibhausgasen wird mehr Wärme zurück zur Erde gelenkt (Quelle: klimafit.at)

Einen sehr bildlichen Aufklärungsfilm finden Sie unter: http://www.youtube.com/watch?v=fu9mgZ9yYJI.

Das Klima kann man am besten schützen wenn man weniger CO2 in die Atmosphäre abgibt, also weniger fossile Rohstoffe verbrennt und die Energie effizienter nutzt. Somit ist die einfachste und billigste Art Klimaschutz zu betreiben, Energie einzusparen. Von der gesamten Energie, die auf der Erde erzeugt wird, wird gerade einmal ein Drittel genutzt: undichte Leitungen, fehlende Wärmedämmung und veraltete Anlagen und Geräte verursachen sehr große Verluste. 

Die Reserven von Erdöl, Erdgas und Kohle sind begrenzt, in den nächsten Jahrzehnten werden sie immer knapper werden. Pro Jahr wird weltweit die Menge an Kohle, Erdöl und Erdgas verbraucht, die in ca. einer Million Jahren gebildet worden ist. 

Hinzu kommen die Zunahme der Weltbevölkerung und der erhöhte Lebensstandard der Menschen in den Schwellenländern welche zu immer weiter steigendem Energieverbrauch führen. Die Verknappung wird zu sehr hohen Preisen führen falls die Energiewende zu erneuerbaren Energien bis dahin noch nicht stattgefunden hat. 

 

Besonders in den Schwellenländern nimmt die Weltbevölkerung und der Wohlstand zu.

Energieverbrauch

Die meiste Energie im Alltag verbrauchen wir zum Heizen unserer Wohnungen und Häusern (fast 75% des Energieverbrauchs im Haus) sowie im Transport. Ein besonders großer Gewinn an Energieeffizienz erscheint im Bestand der Wohngebäude möglich, wo der Verbrauch um ca. 57% sinken könnte durch Wärmedämmung, Heiztechnik, Verbaucherverhalten. Um unseren Energieverbrauch im Transport zu reduzieren gilt es den öffentlichen Transport zu verbessern, auf sanfte Mobilität (Fahrrad, zu Fuß) zu setzen und umweltschonende Technologien zu entwickeln (Elekroauto, Hybrid,…). Weitere Tipps wie man im Alltag seinen Energieverbrauch reduzieren kann stehen unter Tipps zum Klimaschutz!

 Die meiste Energie in einem durchschnittlichen Haus geht in die Raumwärme. (Quelle: BMWi)

 Erneuerbare Energien

Die verstärkte Nutzung von erneuerbaren Energien ist, neben dem Energiesparen, ein zweiter Ansatz Klimaschutz umzusetzen. Erneuerbare Energien stammen aus Quellen, die nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich sind, wie zum Beispiel Wind, Wasser, Sonne oder Biomasse. Erneuerbare Energie produzieren mit der Ausnahme von Biogas keine Treibhausgase und sind somit klimafreundlich.

  • Windenergie: Hier kommen vor allem die grossen Windräder in Frage wie sie z.B. in Reimberg, Heiderscheid, Kehmen, Heinerscheid und Binsfeld stehen. Ein Windrad (Nennleistung: 2.300 kW) in Luxemburg produziert ca. 4,5 GWh jährlich, was dem Energieverbrauch von 900 Haushalten entspricht. Der jährliche Weltenergiebedarf wird theoretisch 200-fach durch die gesamte Windkraft auf der Erde gedeckt.  Im Kanton Redingen wird aktuell eine Potenzial-Analyse der Windkraft gemacht, wo die besten Standorte für Windräder definiert werden. Da der Wind nicht immer regelmäßig bläst und solange wir noch nicht über adäquate Energie-Speicher verfügen, braucht man neben der Windkraft noch andere Energiequellen.
  • Wasserkraft: Die Wasserkraft wird seit Jahrtausenden vom Menschen genutzt, sie ist daher die älteste Energieform. Ein Beispiel hierfür sind die traditionellen Wassermühlen, welche in vielen Dörfern unserer Region standen und welche dazu dienten das Getreide zu mahlen (Mühlen in Beckerich, Redingen,...). In Luxemburg wird die Wasserkraft in großem Umfang in Esch-Sauer (Stauwerk) und in Vianden (Speicherkraftwerk) genutzt. Im Kanton Redingen gibt es noch ein paar Wasserräder (Preizerdaul, Bigonville). Das Wasserrad in Bigonville produziert rund 160'000 kWh/Jahr, dies entspricht dem Verbrauch von 30 Haushalten. Der Vorteil dieser Energieform ist seine relative Regelmäßigkeit.
  • Solarenergie: die Sonne liefert pro Jahr die enorme Energiemenge von etwa 1,5 · 1018 kWh. Dies entspricht mehr als dem 10.000-fachen des Weltenergiebedarfs der Menschheit im Jahre 2010! Die Sonnenenergie kann unter 2 Formen genutzt werden:

- eine thermische Solaranlage kann zur Warmwasserbereitung und zur Heizungsunterstützung eingesetzt werden. Der Luxemburger Staat und die Gemeinden des Kantons unterstützen diese Anlagen finanziell (siehe www.ksm.lu).

- eine Photovoltaik Anlage produziert Strom welcher ins Netz eingespeist wird und der Produzent erhält hierfür Geld. Auch Photovoltaik-Anlagen werden vom Staat finanziell unterstützt.

 

Viele Bürger aus dem Kanton besitzen eine oder beide dieser Anlagen und sind somit saubere Energieproduzenten! Wenn Sie noch keine Anlage haben und sich fragen ob es für Ihr Haus Sinn macht, dann fragen Sie den Energieberater des Kanton Redingen für eine gratis Analyse (Tel: 26 62 08 01).

 

  • das Biogas entsteht durch Vergärung von Biomasse (Gülle, Mist, Energiepflanzen, Bioabfall, Klärschlamm). Mit dem Gas wird elektrische Energie und Wärme erzeugt. Im Kanton Redingen gibt es 5 Biogasanlagen: Redingen, Beckerich, Schweich, Colpach und Rambrouch. Die Biogasanlage von Redingen heizt z.B. das Atert Lycée, ein Einkaufszentrum, die Turnhalle und das Schwimmbad und produziert Strom (9200 MWH/Jahr).

 

  • Holz kann in den Heizungen und Kaminen von Privathäusern verbrannt werden um Wärme zu erzeugen. Möglich ist auch das Holz in einer verarbeiteten Form zu verfeueren: Hackschnitzel, Holzpellets, Holzbrikettes, Holzkohle. Das Verbrennen von Holz ist CO2-neutral, das bedeutet, dass nur die Menge an CO2 entsteht, welche der Baum in seiner Lebenszeit aufgenommen hat. Im Kanton werden verschiedene öffentliche Gebäude durch eine Holzhackschnitzel- oder Pelletsheizung geheizt, wie zB. in der Gemeinde Preizerdaul:

 

 

  • Geothermie (Erdwärme): unter Geothermie versteht man die in der Erde gespeicherte Erdwärme. Diese Wärme kann durch eine Bohrung als erneuerbare Energie zum Heizen, Kühlen oder zur Stromerzeugung genutzt werden. Die Wärme wird mittels Wärmepumpe nutzbar gemacht. Man unterscheidet zwischen:
    • Horizontale Wärmekollektore welche in einer Tiefe von mind. 1,5 m horizontal verlegt werden. Sie benötigen eine Fläche von 1,5 bis 2,5 mal der Wohnfläche.
    • Vertikale Wärmekollektore welche in vertikale Bohrungen von 50 -100 m eingesetzt werden. Aus Wasserschutzgründen sind diese jedoch nur begrenzt erlaubt (siehe Karte)
    • Spiralförmige Energiekörbe welche in einer Tiefe von 1 bis 4 Meter ausgelegt werden. Durch ihre grossvolumige konische Form wird eine vergrösserte Oberfläche zur Aufnahme von Erdwärme geschaffen.

Energiewende

Die Energiewende ist der Uebergang von konventionellen, fossilen Energieträgern (Erdöl, Erdgas, Kohle, Atom) auf erneuerbare Energieträger (Wind-, Sonnen-, Bio-, Wasserenergie und Erdwärme) sowohl in der Produktion von Strom, als auch von Wärme und im Antrieb von Verkehrsmitteln (Autos, Schiffe, Flugzeuge,...). Nur mit einer möglichst schnellen Energiewende und einer erhöhten Energieeffizienz lässt sich der Klimawandel mildern und eine lebenswerte Erde für unsere Nachkommen erhalten. Der Klimapakt hilft uns diese Energiewende zu meistern.